Bühnenbild
Die Fleisch | Ayame, Neuköllner Oper 2019
Ayame ist eine japanische Oper aus den dreißiger Jahren. Sie erzählt die Widrigkeiten eines Liebespaars, das sich gegen die familiären Zwänge und die Gier der Gesellschaft auflehnt. Ausweglos endet die Rebellion der beiden Protagonist*innen mit deren Selbstmord.
Das Bühnenbild für die Inszenierung Die Fleisch | Ayame an der Neuköllner Oper wurde mit absolut reduzierten Mitteln in einen schwebenden weißen Kubus übersetzt: eine Art filigraner Käfig, der eine leuchtende sowie trügerische Winterlandschaft umschließt und die Figuren in einem fast unsichtbaren, undurchdringlichen Netz gefangen hält.
Der Kubus wurde in der Mitte des Theatersaales platziert, sodass die mit Gaze bespannten Außenwände eine doppelte Bespielung ermöglichen – mit einer Bestuhlung auf beiden Seiten der Bühne. Entgegen der Konvention der Oper wurde das Orchester auf eine Art Empore auf zwei Metern Höhe untergebracht und durch Mikrophone gleichmäßig verstärkt.
Die Bildprojektionen – teilweise auf beiden Seiten unterschiedlich – ergeben durch ihre Überlappung sowie deren Widerspiegelung auf der weißen Landschaft einen eindrucksvollen und atmosphärischen Raum, in dem sich die Figuren wie Insekten bewegen.
Die Auftritte und Abgänge der einzelnen Figuren erfolgen aus der hohl konstruierten Landschaft heraus, deren Inneres weitere Bühnenräume für Live-Cams und somit andere Erzählweisen eröffnet .
Ein von der Decke fahrbarer und drehbarer Eiskubus dominiert die erste sowie die Schlussszene.
Musikalische Leitung: Markus Syperek
Inszenierung: Fabian Gerhardt
Kostüm: Rebekka Dornhege Reyes
Videos: Florian Japp, Vincent Stefan
Fotos: Matthias Heyde, Saverio Corti, Sabrina Rossetto
Foto: Saverio Corti